Viel zu lange haben sich Mäuserich Finn und Kobold Nepomuck schon nicht mehr gesehen. Doch es gibt da einen Plan!
Begleite die Mäuse und Kater Merlin auf ihrer aufregenden Reise über das Meer nach Norwegen und überrasche Nepomuck in seinem Kobolddorf. Erlebe ein wundervolles Sommerfest und aufregende Abenteuer mit den Freunden.
Als besonderes Bonbon gibt es diesmal Rezepte für landestypische Leckereien und zusätzlich ein paar tolle Ausflugstipps für Oslo.
Viel Spaß und gute Fahrt!
Mit Illustrationen von Andrea Horbach.

 

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Leseprobe: Ein fröhliches Wiedersehen
Zielsicher führt der Kater die beiden Mäusefamilien durch den tiefen Wald. Nach einer Zeit hören sie Stimmengewirr und lustiges Kichern. Auf einer Lichtung befinden sich kleine eierförmige Häuser, und Koboldkinder tollen überall herum.
„Ist das süß!“, jauchzt Susi.
„Pssst, haltet euch schön im Hintergrund. Es soll doch eine Überraschung werden. Ich spioniere mal aus, wo Nepomuck wohnt“, schlägt Merlin vor.
Aber Finn schüttelt heftig den Kopf: „Er ist auch mein Freund! Ich komme mit!“
Vorsichtig bewegen die zwei sich im Schutz dichter Büsche durch das Dorf. Niemand bemerkt sie, die Kobolde sind viel zu sehr mit sich selbst und ihren Spielen beschäftigt.
„Das hier muss es sein“, sagt Merlin und deutet auf einen erdfarbenen Bau, der fast wie ein Pilz aussieht. Auf an die Wand gemalten Zweigen mit grünen Blättern tummeln sich rote Marienkäfer, die richtig lebendig wirken. Neben dem Eingang liegt ein großer Stein, auf dem sich eine lebensechte grüne Schlange kringelt. Da war ein wahrer Künstler am Werk, und Nepomuck ist schließlich einer. Neugierig lugt Merlin durch das kleine Fenster ins Innere. Ungeduldig zupft Finn ihn am Schwanz.
„Ja?“ „Lass mich mal auf deinen Kopf klettern“, verlangt der Mäuserich.
Wenig später staunt auch er. „Die haben es ja richtig gemütlich!“
Und wirklich: Da gibt es ein riesiges geschnitztes Bett, einen großen niedrigen Baumstumpf in der Mitte, der als Tisch dient, und eine Art Truhe mit Fächern an der Seite, sowie ein Regal mit Bechern, Töpfen und Tellern.
Wo aber ist Nepomuck? Soeben betritt ein kleines Mädchen mit einer roten Schleife im krausen dunklen Haar den Raum.
„Das muss Nellie sein“, vermutet Merlin. „Und da ist ja auch Nepomuck! Er kaut an einer Pastete, sieh doch nur!“ Finn wird ganz zappelig vor Aufregung.
Mit strahlenden Augen zeigt die Kleine plötzlich zum Fenster und verkündet feierlich: „Maus!“ Nepomuck schaut in die Richtung, die ihm der dicke kleine Finger weist und lässt vor Schreck die Pastete fallen. Doch dann hält ihn nichts mehr. Wie ein geölter Blitz schießt er durch die offene Tür und rennt den armen Merlin fast über den Haufen. Eine heftige Umarmung, Finn kullern ein paar Tränen aus den Augen. Ach, es ist ja nur die Freude, kein Grund zur Sorge! Und plötzlich wimmelt es von Kobolden und Mäusen.
„Herzlich willkommen!“, ruft der glückliche Nepomuck. Luis zupft ihn vorsichtig am Hosenbein: „Rieche ich hier Blaubeerpasteten?“
Die gutmütige Nellie hat Nepomucks Gebäckstück vom Boden aufgehoben und steckt dem gefräßigen kleinen Mäuserich heimlich winzige Stückchen davon zu. Damit hat sie sofort ein Stein bei ihm im Brett. Schmachtend sieht er sie an und reibt sich sein Bäuchlein. Fortan wird er ihr höchstens noch im äußersten Notfall von der Seite weichen.
Doch nun sind alle erstmal zu einem fröhlichen Schmaus eingeladen. Nur für Merlin findet sich leider nichts Passendes.
„Macht fast gar nichts“, winkt der ab. „Ich gehe nachher in den Wald jagen oder ein paar Fische fangen im Fluss.“
„Das sind meine Geschwister Norbert, Nora, Normen, Nadine, Nils, Nick, Neville, Nikita, Nikolas, Nicole und Nadja. Und natürlich Nellie!“ Grinsend weist der Koboldjunge auf seine Schwester, die Luis behutsam auf ihren Armen herumträgt.
„Luis, sei nicht so faul, du sollst alleine laufen! Du bist doch viel zu schwer“, rügt Finn sofort.
„Ich bin im Moment einfach viel zu vollgefressen, das macht mich so schläfrig“, murmelt der kleine Kerl und schließt seine Augen, während er noch genüsslich an einem Keks knabbert.
Nepomuck muss lachen: Ja, das sind eben seine Freunde - ach, wie hat er sie doch vermisst!
© Kummer/Erdiç